GASTHOF WORRINGER PLATZ

Ausstellungen, Performances und Rauminstallationen für einen städtischen Platz im Durchgangsverkehr

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TERRASSE – Versammlung unter freiem Himmel, September 2013
Fotografie Christof Wolff

Das künstlerische Projekt Gasthof Worringer Platz von Oliver Gather und Andrea Knobloch verfügt über keine eigenen Räumlichkeiten. Allein ein im Jahr 2003 auf den Platz versetztes Glashaus steht ständig zur Verfügung. Die Räume und Einrichtungen des Gasthofs werden gemeinsam mit Partnern am Platz erschlossen und für Ausstellungen, Performances, Lesungen, Filmvorführungen oder temporäre Installationen geöffnet. Mit dem dafür notwendigen Prozess der gegenseitigen Annäherung beginnt ein Dialog, in dessen Verlauf die Anliegen der Gäste (Künstler/innen) und der Gastgeber (Anwohner/innen und Gewerbetreibende) formuliert und zu einem künstlerischen Ereignis verdichtet werden. Das Raumprogramm des Gasthofs Worringer Platz fügt sich immer wieder anders in das Alltagsgeschehen des Platzes ein iund wird als lebendiger und dynamischer Ort im Ort erfahrbar.

Programm 2018
Das Programm des Gasthofs Worringer Platz im Jahr 2018 konzentriert sich auf die Frage nach den Bedingungen künstlerischen Handelns in Bezug auf Fragestellungen des sogenannten Anthropozäns. Damit ist der Beginn einer erdgeschichtlichen Epoche gemeint, in der „Natur“ nur noch als menschengemachte Konstruktion vorkommt. Die Autoren der dem Begriff zugrunde liegenden Theorien gehen davon aus, dass „Welt“ nunmehr als artifiziell vorgestellt werden muss. Dem Gestaltungswillen des Menschen stehen keinerlei Grenzen mehr entgegen.

Das Projekt „Relax“ stellte die damit verbundene Hybris des technischen Fortschritts auf die Probe und verpflanzte sogenanntes Straßenbegleitgrün in das Glashaus auf dem Worringer Platz. Der wohlmeinende Eingriff überforderte das Anpassungspotential der ohnehin gestressten Pflanze. Sie ging ein und wirkt fortan als „Stein des Anstoßes“. Die dadurch ausgelösten Diskussionen nehmen wir mit den folgenden Veranstaltungen auf.

Am 14. September zeigen wir auf dem Worringer Platz als open air screening die Film-Trilogie „BRAND“ von Susanne Fasbender. Die Künstlerin untersuchte aus lokaler und globaler Perspektive den Braunkohletagebau im Rheinischen Revier rund um Garzweiler. Landschaft und Heimat werden dort seit Jahrzehnten in Industriebrachen transformiert, ohne die damit ausgelösten langfristigen Auswirkungen tatsächlich übersehen zu können.

Das Projekt von Christoph Görke (2.–28. September 2018) setzt an anderer Stelle an. Ob es ihm mit seinem temporären Presswerk auf dem Worringer Platz gelingen wird, der romantischen Vorstellung eines möglichen „Zurücks zur Natur“ neue Nahrung zu geben, muss sich erst noch zeigen. Sollte er tatsächlich aus Steinwolle, einem billigen industriellen Dämmmaterial, wieder einen Stein machen können, dann wäre das ein erster Schritt zu Defragmentierung der ­– auch durch künstlerische Prozesse – bis zur Unkenntlichkeit aufgeriebenen „Schöpfung“.

Was den Busch auf der Straßeninsel betrifft, sind wir in Sachen Neubepflanzung im Dialog mit dem städtischen Gartenamt: Aus fachlicher Perspektive ist die Bepflanzung mit hochwertigen Gesträuch an dieser Stelle nicht zielführend. Die Pflanztiefe beträgt knapp 20cm.

Wettbewerb Fliegende Monumente
Seit dem Jahr 2015 führten wir jährlich den Wettbewerb FLIEGENDE MONUMENTE durch und realisieren den von einer Fachjury ausgewählten 1. Platz. Im Jahr 2017 gewann Stefanie Klingemann aus Köln mit ihrem Entwurf Grund Rein. Im Herbst 2018 werden wir Christoph Görkes Vorschlag “Presswerk” realisieren. Der Wettbewerb ist offen für Studierende und Künstler/innen, die ihre Professionalität mit einem aussagekräftigen Curriculum Vitae nachweisen.

 

Gasthof Worringer Platz ist ein Projekt von Oliver Gather und Andrea Knobloch. Es wird   gefördert vom Kulturamt und der Bezirksvertretung 1 der Landeshauptstadt Düsseldorf.

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Wir bedanken uns außerdem für die Unterstützung des Landesmusikrats NRW (BALLSAAL), der Bürgerstiftung Düsseldorf (Programm 2013), der Stiftung Kulturwerk der VG-BILD-KUNST Bonn (Programm 2014), der LAG Soziokultureller Zentren NW (Programme 2014 und 2016) und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW (Programme 2014, und 2016),  der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf (Programm 2016) sowie dem Kultursekretariat NRW (Programme 2017 und 2018).

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Gasthof Worringer Platz, REZEPTION
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40210 Düsseldorf

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