WETTBEWERB – Fliegende Monumente

Fliegende Monumente 2017
Ein skulpturales Ereignis für den Worringer Platz in Düsseldorf
Offener Wettbewerb, Deadline 21. April 2017

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Wettbewerb
Gesucht wird eine Konzeptidee für ein „Fliegendes Monument“. Damit meinen wir eine Skulptur, die sich auf dem Platz ereignet. Ihr Entstehen, ihre Anwesenheit für die Dauer einiger Tage und ihr Verschwinden gehören zur künstlerischen Aufgabenstellung. Ob Skulptur oder Installation, Klangkunst, Performance, Film, alles ist denkbar. Wir wünschen uns Teilnehmer/innen, die sich für diesen vielfältigen und vielfach geteilten Platz mit all seinen Möglichkeiten begeistern. Eine Fachjury wird entscheiden, welches der eingereichten Konzepte im Herbst 2017 realisiert wird.

Dazu steht ein Produktionsbudget in Höhe von 1.400 Euro sowie ein Honorar in Höhe von 1000 Euro zur Verfügung. Die Wettbewerbsteilnehmer/innen haben Gelegenheit, ihre Entwürfe am Sonntag, dem 28.05.2017 der Jury und der interessierten Öffentlichkeit mit einem kurzen Statement persönlich vorzustellen. Vergeben werden die Plätze 1 bis 3. Der erste Platz ist zur Realisierung vorgesehen.

Jury 2017
Ruth Gilberger, Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft, Bonn
Clemens Botho Goldbach, Künstler, Düsseldorf
Martin Pfeifle, Künstler, Düsseldorf
Emil Walde und Sebastian Conrad, Künstler, Düsseldorf | Wuppertal
Gewinner des Wettbewerbs 2016

Wettbewerbsunterlagen zum Download

 

Fliegende Monumente
Ein Monument (lateinisch monere: erinnern, mens: Sinn) ist groß, schwer und auf Dauer angelegt. Es repräsentiert Erinnerung, behauptet Sinnhaftigkeit und rührt sich dabei nicht vom Fleck. Es verkörpert stoisch einen zeitgebundenen Blick auf vergangene, prägende – manche sagen „identitätsstiftende“ – Ereignisse, während sich der städtische Umraum mit seinen zusammen gewürfelten Pragmatismen und Gestaltungen fortwährend verändert.

Die charakteristische dreieckige Grundfläche des Worringer Platzes ist das Ergebnis einander überlagernder Planungen. Es waren die sich hier kreuzenden Wege, später dann mehrspurige Straßen, die den Platz als Restfläche entstehen ließen. Heute noch zeigt sich an ihm die Planungsphilosophie der autogerechten Stadt in ihrer monumentalen Maßlosigkeit, die – obwohl längst überholt und viel gescholten – das Alltagsleben am Platz weiterhin fest im Griff hat.

Im Vorstellungsbild des „Fliegenden Monuments“ trifft die mobile Fragilität des fliegenden Baus auf das Monument als in Form und Größe beeindruckendes, unverrückbares Denkmal. Die Idee eines “fliegenden” Monuments, das unvorhergesehen in Erscheinung tritt, um sogleich wieder zu verschwinden, widerspricht dem Wunsch nach dauerhaften Lösungen für einen Platzraum, dessen Dynamik dem Aufeinandertreffen von Gegensätzen entspringt. Von hier aus erreicht man die Flingerner Galerienszene ebenso wie den Reigen internationaler Geschäfte und Restaurants, der sich entlang der Kölner Straße entfaltet. Schauspielhaus trifft auf Busbahnhof, Bierkneipe auf Moschee-Verein und Künstleratelier auf Änderungsschneiderei. Urbanität entsteht genau dort, wo Unbekanntes und Gegensätzliches aufeinandertreffen. Insofern ist der Worringer Platz einer der wenigen Orte im Dorf an der Düssel, der als ein in seiner vollen Bedeutung städtischer Platz gelten  kann.

Als erster, wegweisender Versuch eines “Fliegenden Monuments” stellte Tilmann Meyer-Faje im Frühjahr 2014 seine Installation Rien ne va plus auf den Worringer Platz. Als räumliche Skizze errichtete er eine fragile Konstruktion aus Holzlatten, die auf ein Fahrgeschäft verwies, das nicht mehr oder noch nicht im Betrieb ist. Das Vergnügen einer Karussellfahrt blieb Versprechen, der Bau im Unfertigen stecken – in einem Zustand also, der vielerlei Möglichkeiten offen hielt!

Im Jahr 2015 entschied sich die Jury, bestehend aus Gregor Jansen (Direktor der Kunsthalle Düsseldorf), Thomas Frank (freier Journalist), Pia Witzmann (freie Kuratorin) und Erinna König (Künstlerin), für die Realisierung des Projekts Vogelzug des Kölner Künstlers Peter Simon.

Sebastian Conrad und Emil Walde, die Gewinner des Wettbewerb im Jahr 2016 stellen sich mit ihrem Projekt Angry Birds die Aufgabe, die unerwünschten Hinterlassenschaften einer vor Ort ansässigen Taubenpopulation als künstlerisches Medium für eine stadtweite Raumzeichnung produktiv zu machen. Jurymitglieder waren diesmal Stephanie Klingmann (Künstlerin / Kurtaorin), Katharina Madertahner (Künstlerin), Johannes Stahl (Kurator / Autor) und Thomas Stricker (Künstler).

FAQ
Zusammenstellung der Fragen zum Wettbewerb 2017

Zeitplan

10. Februar 2017
Veröffentlichung der Ausschreibung

21. März 2017, 17 Uhr
Ortstermin: Treffpunkt REZEPTION (Glashaus) des Gasthofs Worringer Platz, Worringer Platz 1, 40210 Düsseldorf)

bis 24. März 2017
schriftliche Rückfragen zum Wettbewerb an knobloch@gasthofworringerplatz.de

21. April 2017, 24 Uhr
Abgabe der Entwürfe, Einreichung ausschließlich digital per E-Mail oder Web-Download an knobloch@gasthofworringerplatz.de, Dateiformat PDF

12. Mai 2017
Juryentscheidung 1. Runde

19. Mai 2017
Einladung der Endrundenteilnehmer/innen

28. Mai 2017–11 Uhr |Filmwerkstatt Düsseldorf | Birkenstraße 47 | 40233 Düsseldorf
öffentliche Präsentation der Wettbewerbsentwürfe: Die Teilnehmer/innen der Endrunde sind eingeladen, ihre Entwürfe der Jury und der interessierten Öffentlichkeit mit einem 5-minütigen Statement persönlich vorzustellen. Anschließend öffnen wir die Kaffee-Bar und es besteht die Möglichkeit zum Austausch mit Jury und Publikum.

29. Mai 2017
Jury-Sitzung

Herbst 2017
Realisierung des  auf den ersten Platz gewählten Entwurfs

 

Teilnahmebedingungen und einzureichende Unterlagen
Bewerben kann sich jede/r professionell arbeitende Künstler/in (Nachweis per CV und Projekt- bzw. Ausstellungsliste, jeweils höchstens eine DinA4 Seite, sowie zweier Referenzprojekte, ebenfalls  jeweils auf einer DinA4 Seite dargestellt). Die Teilnehmer/innen müssen in der Lage sein, ihr Projekt im Zeitraum Ende September/Anfang Oktober 2017 auf dem Worringer Platz zu realisieren. Persönliche Anwesenheit während der Realisierungsphase ist Bedingung.

Konzept: Das Konzept zum „Fliegenden Monument 2017“ soll auf einer Seite im Format DinA3 quer dargestellt werden (Skizzen, Collagen, Montagen, Fotografien, die geeignet sind, das Anliegen des Entwurfs zu verdeutlichen, sowie ein kurzer Erläuterungstext).

Kostenplan: Enthalten sein müssen alle anfallenden Material- und Fremdkosten ebenso wie Kosten für Sicherung und Bewachung sowie eventuelle Reise- und Aufenthaltskosten, dargestellt auf einer DinA4 Seite.

Teilnehmer/innen-Erklärung: Das im Downloadbereich zur Verfügung gestellte Formular bitte ausfüllen und ebenfalls einsenden.

Die Auslober
Der Worringer Platz bietet alles, was ein Gasthof bereithalten sollte: Fremdenzimmer, Restaurants und ein weit gefächertes Raumprogramm für Festlichkeiten und Zusammenkünfte. Das künstlerische Projekt Gasthof Worringer Platz von Oliver Gather und Andrea Knobloch verknüpft dieses Nebeneinander zu einer imaginären Gaststätte, die den ganzen Platz umfängt. Auf seinem Weg vom Vorstellungsbild hin zu einer mitreißenden Realität baut es auf die Unterstützung der Nachbarschaft. Um die Räume und Einrichtungen des Gasthofs Worringer Platz nutzen zu können, müssen sie zuerst gemeinsam mit Partnern vor Ort erschlossen werden. Ein Prozess der Verständigung und der gegenseitigen Annäherung begleitet die Realisierung von Ausstellungen, Performances, Lesungen, Filmvorführungen oder temporären Installationen. Schritt für Schritt wird das Raumprogramm des „Gasthofs Worringer Platz“  in diesen Stadtraum eingelassen und immer wieder anders als lebendiger und dynamischer Ort im Ort erfahrbar.

 

Wettbewerbsunterlagen zum Download
Fotostrecke Worringer Platz
Bestandsplan Worringer Platz
Teilnehmer/innen-Erklärung
Informationen zum Wettbewerb als PDF

WB Bild 2 WB Bild 3 WB Bild 4 WB Bild 5 WB Bild 6 WB Bild 7 WB Bild 8 Download/ Fotostrecke Worringer Platz / 8 Fotos, zip-Datei, 4,6 mb

Plan Wettbewerb web
Download / Bestandsplan Worringer Platz / pdf, 5,4 mb

gwp_wettbewerb_verfassererklaerung_2017 / Teilnehmer/innen-Erklärung, Formular, docx

gwp_wettbewerb_2017_info / Informationen zum Wettbewerb, pdf