WETTBEWERB – Fliegende Monumente

Am 11. Mai 2018 um 23:59 Uhr war Einreichungsschluss für den Wettbewerb. Wir danken allen, die sich beteiligt haben. Die öffentliche Präsentation der Beiträge finden am 27. Mai ab 11 Uhr im Artec Atelier im Hof Ackerstraße 11 statt.

Ein skulpturales Ereignis für den Worringer Platz in Düsseldorf
Offener Wettbewerb, Deadline 11. Mai 2018

WETTBEWERB_auslobung2018

Wettbewerb
Gesucht wird eine Konzeptidee für ein „Fliegendes Monument“. Damit meinen wir keineswegs ein Flugobjekt, sondern ein skulpturales Ereignis. Sein Erscheinen,  seine Präsenz für die Dauer einiger Minuten, Stunden oder Tage und sein Verschwinden gehören zur künstlerischen Aufgabenstellung dazu. Objekt oder Installation, Sound, Performance oder Projektionen, alles ist denkbar. Wir wünschen uns Teilnehmer/innen, die sich für diesen vielfältigen und vielfach zerteilten Platz mit all seinen Möglichkeiten und Widerständen begeistern. Eine Fachjury wird entscheiden, welches der eingereichten Konzepte im Herbst 2018 realisiert wird.

Dazu steht ein Produktionsbudget in Höhe von 1.400 Euro sowie ein Honorar in Höhe von 1000 Euro zur Verfügung. Die Wettbewerbsteilnehmer/innen haben die Gelegenheit, ihre Entwürfe am Sonntag, dem 27.05.2018 der Jury und der interessierten Öffentlichkeit mit einem kurzen Statement persönlich vorzustellen. Vergeben werden die Plätze 1 bis 3. Der erste Platz ist zur Realisierung vorgesehen.

Jury
Jörg-Thomas Alvermann, Künstler (Düsseldorf), Vorsitzender der Düsseldorfer Kunstkommission
Selma Gültoprak, Künstlerin (Köln)
Stefanie Klingemann, Künstlerin (Köln), Gewinnerin der Fliegenden Monumente 2017
Andreas Wissen, Stadt Nürnberg Hochbauamt / Kunst im öffentlichen Raum

Öffentliche Präsentation der Wettbewerbsbeiträge
27. Mai 2018 ab 11 Uhr
Artec Atelier
Ackerstr. 11 (im Hof rechtshalten und an der Rampe durch die große Glastüre gehen)
40233 Düsseldorf

Wettbewerbsunterlagen zum Download

 

Fliegende Monumente
Ein Monument (lateinisch monere: erinnern, mens: Sinn) ist groß, schwer und auf Dauer angelegt. Es repräsentiert Erinnerung, behauptet Sinnhaftigkeit und rührt sich dabei nicht von der Stelle. Es verkörpert stoisch einen zeitgebundenen Blick auf vergangene, prägende – manche sagen „identitätsstiftende“ – Ereignisse, während sich der städtische Umraum mit seinen zusammen gewürfelten Pragmatismen fortwährend verändert.

Die charakteristische dreieckige Grundfläche des Worringer Platzes ist das Ergebnis einander überlagernder Planungen. Es waren die sich hier kreuzenden Wege, später dann mehrspurige Straßen, die den Platz als Restfläche entstehen ließen. Heute noch zeigt sich an ihm die Planungsphilosophie der autogerechten Stadt in ihrer ganzen Maßlosigkeit, die – obwohl längst überholt und viel gescholten – das Alltagsleben am Platz weiterhin fest im Griff hat.

Im Vorstellungsbild des „Fliegenden Monuments“ trifft die mobile Fragilität des fliegenden Baus auf das Monument als in Form und Größe beeindruckendes, unverrückbares Denkmal. Die Idee eines “fliegenden” Monuments, das unvorhergesehen erscheint, um sogleich wieder zu verschwinden, widerspricht dem Wunsch nach dauerhaften Lösungen für einen Platzraum, dessen Dynamik dem Aufeinandertreffen von Gegensätzen entspringt. Von hier aus erreicht man die Flingerner Galerienszene ebenso wie den Reigen internationaler Geschäfte und Restaurants, der die Kölner Straße prägt. Theater im Central trifft auf Busbahnhof, Bierkneipe auf Moschee-Verein und Künstleratelier auf Änderungsschneiderei. Urbanität entsteht genau dort, wo Unerwartetes und Gegensätzliches aufeinandertreffen. Insofern ist der Worringer Platz einer der wenigen Orte im Dorf an der Düssel, der als ein in seiner vollen Bedeutung städtischer Platz gelten  kann.

Als erster, wegweisender Versuch eines “Fliegenden Monuments” stellte Tilmann Meyer-Faje im Frühjahr 2014 seine Installation Rien ne va plus auf den Worringer Platz. Als räumliche Skizze errichtete er eine fragile Konstruktion aus Holzlatten, die auf ein Fahrgeschäft verwies, das nicht mehr oder noch nicht im Betrieb ist. Das Vergnügen einer Karussellfahrt blieb Versprechen, der Bau im Unfertigen stecken.

Im Jahr 2015 entschied sich die Jury, besetzt mit Gregor Jansen (Direktor der Kunsthalle Düsseldorf), Thomas Frank (freier Journalist), Pia Witzmann (freie Kuratorin) und Erinna König (Künstlerin), für die Realisierung des Projekts Vogelzug des Kölner Künstlers Peter Simon.

Sebastian Conrad und Emil Walde, die Gewinner des Wettbewerb im Jahr 2016 stellten sich mit ihrem Projekt Angry Birds die Aufgabe, die unerwünschten Hinterlassenschaften einer ansässigen Taubenpopulation als künstlerisches Medium für eine stadtweites Droppainting produktiv zu machen. Jurymitglieder waren diesmal Stephanie Klingmann (Künstlerin / Kurtaorin), Katharina Madertahner (Künstlerin), Johannes Stahl (Kurator / Autor) und Thomas Stricker (Künstler).

Das fliegende Monument 2017 entwickelte sich binnen einer Woche harter Arbeit auf dem Platz. Die Künstlerin Stefanie Klingemann realisierte ihr Projekt Grund Rein im Herbst 2017. Dazu säuberte sie unter den aufmerksamen, interessierten aber auch argwöhnischen Blicken der Passanten und Nachbarn eine kreisrunde Zone in den Alltagsdreck des Platzes, die kaum sichtbar geworden gleich wieder verschwand. Ausgewählt wurde Grund Rein von den Jury-Mitgliedern Ruth Gillberger (Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft), Sebastian Conrad und Emil Walde (Künstler und Gewinner der Fliegenden Monumente 2017), Clemens Botho Goldbach (Künstler) und Martin Pfeifle (Künstler).

FAQ
Zusammenstellung bisheriger Fragen zum Wettbewerb

Zeitplan

März 2018
Veröffentlichung der Ausschreibung

17. April 2018, 17 Uhr
Ortstermin: Treffpunkt REZEPTION (Glashaus) des Gasthofs Worringer Platz, Worringer Platz 1, 40210 Düsseldorf

bis 17. April 2018
schriftliche Rückfragen zum Wettbewerb an knobloch@gasthofworringerplatz.de

11. Mai 2018, 24 Uhr
Abgabe der Entwürfe, Einreichung ausschließlich digital per E-Mail oder Web-Download an knobloch@gasthofworringerplatz.de, Dateiformat PDF

27. Mai 2018, ab 11 Uhr
öffentliche Präsentation der Wettbewerbsentwürfe: Die Teilnehmer/innen der Endrunde sind eingeladen, ihre Entwürfe der Jury und der interessierten Öffentlichkeit mit einem 5-minütigen Statement persönlich vorzustellen. Anschließend öffnen wir die Kaffee-Bar und es besteht die Möglichkeit zum Austausch mit Jury und Publikum.

im Artec Atelier
Ackerstr. 11 (im Hof rechts halten und an der Rampe durch die große Glastüre gehen)
40233 Düsseldorf

 

anschließend
Jury-Sitzung (nicht öffentlich) und Bekanntgabe der Gewinner/innen

Herbst 2018
Realisierung des auf den ersten Platz gewählten Entwurfs

 

Teilnahmebedingungen und einzureichende Unterlagen
Bewerben kann sich jede/r professionell arbeitende Künstler/in (Nachweis per CV und Projekt- bzw. Ausstellungsliste, jeweils höchstens eine DinA4 Seite, sowie zweier Referenzprojekte, ebenfalls  jeweils auf einer DinA4 Seite dargestellt). Die Teilnehmer/innen müssen in der Lage sein, ihr Projekt im Zeitraum Ende September/Anfang Oktober 2018 auf dem Worringer Platz zu realisieren. Persönliche Anwesenheit während der Realisierungsphase ist Bedingung.

Konzept: Das Konzept zum „Fliegenden Monument 2018“ soll auf einer Seite im Format DinA3 quer dargestellt werden (Skizzen, Collagen, Montagen, Fotografien, die geeignet sind, das Anliegen des Entwurfs zu verdeutlichen, sowie ein kurzer Erläuterungstext).

Kostenplan: Enthalten sein müssen alle anfallenden Material- und Fremdkosten ebenso wie Kosten für Sicherung und Bewachung sowie eventuelle Reise- und Aufenthaltskosten, dargestellt auf einer DinA4 Seite.

Teilnehmer/innen-Erklärung: Das im Downloadbereich zur Verfügung gestellte Formular bitte ausfüllen und ebenfalls einsenden.

Die Auslober
Der Worringer Platz bietet alles, was ein Gasthof bereithalten sollte: Fremdenzimmer, Restaurants und ein weit gefächertes Raumprogramm für Festlichkeiten und Zusammenkünfte. Das künstlerische Projekt Gasthof Worringer Platz von Oliver Gather und Andrea Knobloch verknüpft dieses Nebeneinander zu einer imaginären Gaststätte, die den ganzen Platz umfängt. Auf seinem Weg vom Vorstellungsbild hin zu einer mitreißenden Realität baut es auf die Unterstützung der Nachbarschaft. Um die Räume und Einrichtungen des Gasthofs Worringer Platz nutzen zu können, müssen sie zuerst gemeinsam mit Partnern vor Ort erschlossen werden. Ein Prozess der Verständigung und der gegenseitigen Annäherung begleitet die Realisierung von Ausstellungen, Performances, Lesungen, Filmvorführungen oder temporären Installationen. Schritt für Schritt wird das Raumprogramm des „Gasthofs Worringer Platz“  in diesen Stadtraum eingelassen und immer wieder anders als lebendiger und dynamischer Ort im Ort erfahrbar.

 

Wettbewerbsunterlagen zum Download

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Download/ Fotostrecke Worringer Platz / 8 Fotos, zip-Datei, 1,9 mb

Plan Wettbewerb web

Download / Bestandsplan Worringer Platz / pdf, 5,4 mb

Download / Maße Glashaus / pdf, 124 kb

Download / Teilnehmer/innen-Erklärung, Formular, docx

 Download / Informationen zum Wettbewerb, pdf